Geotope im Geopark

„Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und des Lebens ermöglichen.

Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile. Schutzwürdig sind diejenigen Geotope, die sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart, Form oder Schönheit auszeichnen.“

(Quelle: Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland: Leitfaden der Staatlichen Geologischen Dienste der Länder der Bundesrepublik Deutschland, 2018)

Geotopschutz im GEOPARK

Prioritäre Zielstellung des GEOPARKs Sachsens Mitte ist die dauerhafte Erhaltung, Schutz und Pflege der vorhandenen Geotope, um den touristischen und Bildungswert für zukünftige Generationen zu erhalten. Unter den Schutzmaßnahmen sind vorwiegend diejenigen Maßnahmen zu verstehen, die den Bestand eines Geotops sicherstellen und einen gefahrlosen Besuch zu seiner geowissenschaftlichen Nutzung ermöglichen. Sie basieren auf den Vorschlägen der Staatlichen Geologischen Dienste zur Abstimmung und Durchführung von rechtlichen oder praktischen Maßnahmen, die in die Schutzverordnungen Eingang finden sollen. (Auszug aus dem Geotop-Managementplan, Juni 2021)

Tag des Geotops:

Jedes Jahr am 3. Sonntag im September findet bundesweit der „Tag des Geotops“ statt. Verschiedenste Institutionen und engagierte Privatpersonen bieten an diesem Tag Veranstaltungen mit geowissenschaftlichen Schwerpunkten an.

Nationales Geotop "Porphyrfächer"

Kommune:
Stadt Wilsdruff, OT Mohorn-Grund
Lage:
50.998645°N, 13.482238°E
Gestein:
Rhyolith (Vulkanit)
Stratigrafie/Alter:
Permo-Karbon (ca. 300 Mio. Jahre)

Es handelt sich um einen längst auflässigen Steinbruch im sog. „quarzarmen Porphyr", einem in dieser Region weit verbreiteten rhyolithischen Gestein, dessen Klüftung eine Fächerform zeigt. Seit 2019 ist der Porphyrfächer als "Nationales Geotop" deklariert.

Basaltbruch Ascherhübel

Kommune:
Stadt Tharandt, OT Grillenburg
Lage:
50.979872°N, 13.525053°E
Gestein:
Olivin-Augit-Nephelinit (Vulkanit)
Stratigrafie/Alter:
Oligozän-Miozän (ca. 10 Mio. Jahre)

Der Ascherhübel war bis 1913 als Steinbruch aktiv. Das Gestein, nach der heutigen Nomenklatur ein Olivin-Augit-Nephelinit ("Basalt"), ist säulenförmig ausgeprägt. An der Südwestseite sind gekrümmten Säulen zu sehen, die auf die unmittelbare Nähe des Schlotes hinweisen. Unter Wasseraufnahme zerfällt der Basalt zu Gruß, er war daher nur eingeschränkt als Baustoff verwendbar.

Kugelpechstein von Spechtshausen

Kommune:
Stadt Tharandt OT Grillenburg
Lage:
50.983588°N, 13.529554°E
Gestein:
Rhyolith in pechsteinartiger Ausbildung (Vulkanit)
Stratigrafie/Alter:
Permo-Karbon (ca. 300 Mio. Jahre)

Bereits 1769 erstmalig beschrieben stellt der Kugelpechstein die basisnahe glasige Fazies des quarzarmen Rhyolithes dar und ist ein Phänotrachytglas mit rhyodacitischer Zusammensetzung. Das schwarze, mit Obsidian vergleichbare Gestein enthält große Einsprenglinge, die dem Gestein ein rotbraunfleckiges Aussehen verleihen.

Warnsdorfer Quelle

Kommune:
Stadt Tharandt
Lage:
50.959399°N, 13.538283°E
Stratigrafie/Alter:
Holozän (10.000 Jahre)

Die Warnsdorfer Quelle gibt als stärkste Trinkwasserquelle im Tharandter Wald in der Sekunde bis zu vier Liter Wasser ab. 1906 wurde die Quelle in einem Brunnenhaus gefasst und versorgte bis 1991 Teile der Bewohner von Kurort Hartha und Tharandt mit Wasser. Heute liefert sie das Brauchwasser für den ForstPark Tharandt.

Sandsteinbruch am Flügel Jägerhorn

Kommune:
Stadt Tharandt, OT Grillenburg
Lage:
50.952244°N, 13.496811°E
Gestein:
Mittel- und Feinsandsteine mit Schluffsteinen und Konglomeraten (Sedimentit)
Stratigrafie/Alter:
Kreide (ca. 96 Mio. Jahre)

Der Sandsteinbruch wurde 1923 aufgelassen. Historisch ist er von Bedeutung, da nachweislich die „Goldene Pforte“ im Mariendom zu Freiberg, Figuren und Schmuckelemente im Innenraum des Meißner Doms, Werkstücke des Lapidariums der Klosterkirche Altzella (um 1170) und Sandsteinsäulen im Nossener Schloss daraus gefertigt wurden. Heute ist das Geotop gleichzeitig ein Biotop mit schützenswerter Flora und Fauna.

Lips Tullian Felsen

Kommune:
Stadt Tharandt, OT Grillenburg
Lage:
50.928074°N, 13.467871°E
Gestein:
Rhyolith (Vulkanit)
Stratigrafie/Alter:
Permo-Karbon (ca. 300 Mio. Jahre)

Der Lips Tullian Felsen stellt eine herausgewitterte Felsklippe des Quarzarmen Rhyoliths dar. Er ist ein bekannter Aussichtsfelsen, der einen Einblick in das bis 75 m tiefe Kerbsohlental des Colmnitzbaches im Tännichtgrund eröffnet. Seinen Namen verdankt er einem Räuberhauptmann, der im 17. Jahrhundert hier sein Unwesen trieb. Ganz in der Nähe liegt der geografische Mittelpunkt Sachsens.

Einsiedlerstein

Kommune:
Stadt Rabenau
Lage:
50.930285°N, 13.679476°E
Gestein:
Mittel- bis feinkörniger mariner Sandstein der Oberhäslich-Formation (Sedimentit)
Stratigrafie/Alter:
Kreide (ca. 96 Mio. Jahre)

Der Einsiedlerstein in der Dippoldiswalder Heide stellt einen von einer Gruppe freistehender herausgewitterter Sandsteinblöcke dar, welche als Härtlinge aus den ehemalig zusammenhängenden Sandsteinschichten der Elbtalkreide herausgewittert sind. Die Legende besagt, dass sich hier einst für einige Zeit ein Einsiedler auf einer Missionsreise in den heidnischen Norden befunden haben soll.

Backofenfelsen

Kommune:
Stadt Freital
Lage:
50.983119°N, 13.630213°E
Gestein:
Konglomerate (Sedimentit)
Stratigrafie/Alter:
Unterperm (ca. 285-283 Mio. Jahre)

Der Steilabsturz des Backofenfelsens ist der größte Übertageaufschluss des Rotliegend-Beckens um Freital. Es sind zugleich die geologisch jüngsten Schichten des Sedimentationsraumes der Hainsberg-Quohrener Nebenmulde. Vom Aussichtspunkt oberhalb des Felsens am Förster-Claus-Weg hat man einen einzigartigen Blick in das Tal der Vereinigten Weißeritz.

Weißer Stein

Kommune:
Stadt Frauenstein
Lage:
50.804531°N, 13.518131°E
Gestein:
Quarzit (Metamorphit)
Stratigrafie/Alter:
Oberkarbon (ca. 320-300 Mio. Jahre)

Der „Weiße Stein“ ist ein Geotop zwischen Frauenstein und Burkersdorf. Das anstehende Gestein ist ein Quarzit höchstwahrscheinlich metamorphen Ursprungs, der stratigrafisch ins Oberkarbon einzuordnen ist. Bereits seit 1996 ist der „Weiße Stein“ als Flächennaturdenkmal ausgewiesen. Der Quarzitschiefer gehört zu einem Vorkommen, dass sich von Frauenstein bis nach Oberschöna erstreckt.

Götzenbusch

Kommune:
Stadt Rabenau
Lage:
50.948548°N, 13.655774°E
Gestein:
Sandsteine auf Paläoboden (Sedimentit)
Stratigrafie/Alter:
Kreide (ca. 96-97 Mio. Jahre)

Die Felsengruppe des Götzenbüschchens stellt den Rest eines intensiven Steinbruchbetriebes in Kreidesandsteinen und -konglomeraten dar. Der Geotop weist eine Fläche von 10 x 30 m auf und ist seit 1958 als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt. Das Liegende des Geotops wird durch die Erzgebirgsgneise gebildet. Am Aufschluss ist die kristalline, präcenoman verwitterte Unterlage der Kreidesedimente aufgeschlossen, der Freiberger Gneis zeigt hier eine intensive Rotverwitterung.

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