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Gestein des Jahres 2022

Gips- und Anhydritgestein

Voraussichtlich im Jahr 2038 werden in Deutschland die letzten Braunkohlekraftwerke abgeschaltet! Was hat das mit dem Gestein des Jahres 2022 zu tun? Gips wird nicht nur aus den natürlichen Gipsvorkommen gewonnen, sondern als Nebenprodukt auch aus der Entschwefelung von Rauchgasen in Kohlekraftwerken (REA = Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen). Bei der Rauchgasentschwefelung werden die SO2-Emissionen reduziert und ein qualitativ hochwertiger REA-Gips produziert, der etwa die Hälfte des Gipsbedarfes in Deutschland deckt.

Gips (CaSO4 x 2 H2O) und Anhydrit (CaSO4) sind streng genommen keine Gesteine, sondern Minerale. Für monomineralische Gesteine dieser Zusammensetzung werden landläufig die gleichen Bezeichnungen verwendet. Korrekterweise sollten eigentlich die Begriffe „Gipsstein“ und „Anhydritstein“ benutzt werden. (...)

Nutzbare Sulfatgesteine kommen in Deutschland überwiegend im Zechstein vor, darüber hinaus auch im Oberen Buntsandstein, im Mittleren Muschelkalk und in verschiedenen Keuperlagen. In Deutschland gab es 2020 in Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg in 82 Gewinnungsstellen aktiven Gipsabbau.

Gips ist ein seit Jahrtausenden bekannter Baustoff. Als gesichert gelten 9.000 Jahre alte Gipsputze in der Stadt Çatalhöyük in Anatolien. Vor 4.500 Jahren wurde beim Bau der Cheopspyramide und der Sphinx von Gizeh bereits Gipsmörtel verarbeitet. Beeindruckende Beispiele für die hervorragende Formgebung von Gips sind die Stuckarbeiten des Barock. Besonders klarer Gips findet als Alabaster Anwendung beispielsweise in der bildenden Kunst. (...)

Mit der Nominierung zum Gestein des Jahres 2022 soll die Bedeutung von Gips und Anhydrit einer breiten Öffentlichkeit nahegebracht werden. Wann die Präsentation und Taufe im Jahr 2022 stattfindet, wird in Kooperation mit dem Bundesverband der Gipsindustrie e.V. festgelegt. Das „Gestein des Jahres“ wird seit 2007 von einem Fachkuratorium unter Federführung des BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V. ausgewählt.



Autor: Manuel Lapp 

Quelle: www.geoberuf.de
Bild: Gips im Steinbruch Ellrich, Lkr. Nordhausen, TLUBN

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